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Home » „OP-Technik und besseres Material“
Gesund bleiben

„OP-Technik und besseres Material“

adminVon adminFeber 7, 2018Aktualisiert:März 7, 20263 Minuten Lesezeit
© Ben Leitner
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Eltern sollten mit dem Arzt ihres Vertrauens über Sorgen und Probleme sprechen oder auch die Informationsseiten der Herzzentren zu Rate ziehen.

Herr Dr. Kitzmüller im Interview zu neuen Techniken und Weiterentwicklungen im Bereich der Behandlung von angeborenen Herzfehlern, wie etwa mitwachsende Herzklappen.

Welche Erkrankungen am kindlichen Herzen sind die häufigsten?

Ein Loch zwischen den Herzkammern oder den Vorhöfen und Fehler an den Herzklappen. In der Regel sind das leichtere Krankheiten. Zu schwereren Verläufen kommt es, wenn eine Herzklappe fehlt, verschlossen ist oder die Hauptschlagader zu klein ist. Einen häufigen Fall stellt die Fallot’sche Tetralogie dar, bei der mehrere Herzfehler auf einmal zusammenkommen, die aber in der Regel gut behandelbar ist.

Welche Symptome zeigen sich?

Das ist sehr unterschiedlich. Ist die rechte Herzseite betroffen, sind die Kinder oft an Lippen, Fingern und Zehen blau. Finden sich die krankhaften Verändungen an der linken Herzseite, ist die Farbe eher blass. Später können sich unter anderem eine geringe Belastbarkeit und Kurzatmigkeit zeigen.

Ab wann werden angeborene Herzfehler erkannt?

Eventuell werden sie schon in der Schwangerschaft der Mutter entdeckt, bei der Geburt, aber unter Umständen auch erst Jahre später.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es heutzutage?

Operationen und auch Eingriffe über den Herzkatheter. Dabei wird ein Plastikschlauch über die Leiste ins Herz geführt. So können Löcher verschlossen und enge Klappen gedehnt werden. Natürlich kommen auch Medikamente gegen Herzschwäche, Rhythmusstörungen und Hochdruck zum Einsatz.

Mit welchen Beeinträchtigungen müssen die Kinder und später die Erwachsenen leben?

Abgesehen von möglichen Operationen und häufigen Spitalbesuchen sind die Kinder weniger leistungsfähig und werden dadurch manchmal stigmatisiert. Erwachsene können Berufe, bei denen schwere Arbeit oder hohe Belastbarkeit gefordert ist, nicht ausführen. Auch Schwangerschaften sind bei komplexeren Herzfehlern nur mit extra Betreuung möglich. Natürlich stellen auch immer wiederkehrende medizinische Kontrollen einen Stressfaktor dar.

Welche Fortschritte hat die Medizin in den letzten Jahren gemacht?

Früher bedeutete solch eine Diagnose oft das Todesurteil. Dann wurden die Operationstechnik, die Anästhesie und auch die Überwachung viel besser. Herzklappen lassen sich heute schon mit Katheter einsetzen, und das Material wie zum Beispiel das der Verschlusssysteme ist hochwertiger.

Wie werden die Kinder weiterbetreut, wenn sie erwachsen sind?

Es gibt hier im AKH Wien eine Ambulanz für Erwachsene mit angeborenem Herzfehlern (EMAH).

Was hat es mit Herzklappen auf sich, die „mitwachsen“?

Mehrere Forschergruppen arbeiten am biologischen Herzklappen, die mit dem Wachstum des Kindes auch größer werden. Derzeit ist aber alles experimentell und noch nicht in klinischer Verwendung.

Werden die Kinder und ihre Familien auch psychologisch betreut?

Bei uns sind zwei Psychologinnen an der Station tätig. Sie helfen Kindern und Eltern beim Umgang und der
Bewältigung der Krankheit.

Was raten Sie betroffenen Eltern?

Es gibt unterschiedliche Herzerkrankungen und entsprechend individuelle Verläufe. Eltern sollten mit dem Arzt ihres Vertrauens über Sorgen und Probleme sprechen oder auch die Informationsseiten der Herzzentren zu Rate ziehen.

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admin

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