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Home » … und es hat „Zoom“ gemacht!
Familienzeit

… und es hat „Zoom“ gemacht!

Daniela JaschVon Daniela JaschOktober 29, 2019Aktualisiert:April 7, 20264 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Hilfe, ich hab mich in den Papa der befreundeten Kinder verliebt! Wo liegen die Grenzen zwischen Schwärmerei und Verliebtheit? Was tun, wenn aus der Elternfreundschaft mehr wird? Affäre oder Karten auf den Tisch?

Morgens beim Hinbringen in die Schule treffen sich tagtäglich ihre Blicke, und auch beim Abholen bleibt man das eine oder andere Mal beieinander picken, um über dieses oder jenes zu plaudern. Gemeinsam gechattet wird sowieso längst schon. Oft auch spätabends noch. Schließlich hat es sich bewährt, so manche Freizeitaktivitäten der Kinder, die zusammen die Schulbank drücken, gemeinsam zu organisieren. Seite an Seite beim Fußballturnier, vergnügliches Anstoßen nach dem Kindergeburtstag, abwechselnde Taxidienste für die Kinder, Theatergeflüster über Gott und die Welt in der letzten Reihe, während die Kids ganz vorne beim Kasperl miteifern. Tausendmal miteinander am Spielplatz, tausendmal ist nix passiert. Und dann über Nacht hat es „Zoom“ gemacht …

Es passiert wahrscheinlich nicht so vielen, aber es kommt schon mal vor. Mami ist öfters mit dem Papi der befreundeten Kinder am Spielplatz oder bei schulischen Veranstaltungen als mit dem eigenen Mann. Steht am Anfang noch der Austausch über die alltäglichen Sorgen und Freuden rund um die Kinder im Vordergrund, kann aus der elterlichen Freundschaft schon einmal mehr werden. Mehr als dem Papa oder der Mama womöglich recht ist. Denn während im Bauch die Schmetterlinge flattern, wuselt
im Hirnkastel nur so vor Fragezeichen. Warum passiert mir so was? Was soll ich jetzt bloß tun? Reden oder Schweigen? Kommt nach Rosa wieder Blau?

Was Mütter anzieht

Beim Plausch über Kids & Co. landet Frau (Mann freilich auch) naturgemäß recht schnell einmal bei sehr Privatem. Kinder erziehen, Schule, Kindergarten, Arbeit, Essen, Haushalt, Einkaufen – der Pool an persönlichen Themen könnte größer nicht sein. Gerade für Mamis kann die Sicht eines anderen Papis auf die Kinder bzw. Familienthemen besonders attraktiv sein. „Die Grundlage jeder Paarbeziehung ist ja das Schauen auf etwas Drittes, also auch auf die Kinder“, weiß Beziehungsberaterin Sandra Teml-Jetter. Und wie es in manchen Fällen so ist, hat der eigene Mann dafür vielleicht zu wenig Zeit, oder dieser Austausch über die gemeinsame Hingabe und Freude an den Kindern fehlt einfach.

„Mütter finden es dann besonders wohltuend, wenn ein anderer Mann mit ganz anderen Augen auf die Kinder bzw. die Erziehung schaut.“ Nicht ausgeschlossen also, dass Frau oder Mann sich plötzlich „verschaut“ und die eigenen Blicke beim Kinderfußballturnier dann eher abseits des Spielfeldes wandern.

© Shutterstock

Ein Seitensprung ist kein Hoppala

Während oft noch von Schwärmerei oder gegenseitigem Bauchpinseln die Rede ist, kann es schnell auch einen Schritt weiter gehen. Heimliche Verabredungen, intensivere Gefühle, und plötzlich ist sie da, die Affäre. „Egal, ob ein Flirt oder ein Seitensprung – das sind immer Entscheidungen, und kein Hoppala, das einfach so passiert“, sagt Sandra Teml-Jetter. Mag sein, dass es in den bestehenden Beziehungen davor Indizien dafür gab, dass etwas nicht intakt ist oder schlichtweg fehlt. Ein Freibrief, es sich woanders zu holen, sei das noch lange nicht. „Wer ehrlich zu sich ist, weiß genau, wann die Grenze überschritten ist.“ Entsprechend sollte man auch zu den eigenen Gefühlen stehen und reagieren. Ein längeres Verweilen zwischen zwei Stühlen ist mit Sicherheit nicht nur eine unbequeme, sondern auch äußerst unehrliche Position. Ganz wie das sich nicht Trennen wegen der Kinder.

Zwar solle man laut Sandra Teml-Jetter für Partnerschaften mit Kindern eher kämpfen, aber keinesfalls auf Biegen und Brechen. „Die Krise sollte keinesfalls versteckt werden. Weil die Kinder sowieso spüren, dass etwas nicht stimmt“, erklärt Teml-Jetter. Außerdem solle niemand davor zurückschrecken, sich Hilfe von außen zu holen. Sich mögliche Konsequenzen einer Trennung schon einmal vor Augen zu halten, kann durchaus hilfreich sein. Zum Beispiel, indem man sich überlegt, wie das Leben mit dem neuen Partner – inklusive dessen Kindern und Ex-Partnerin – sich in Zukunft gestalten könnte und ob man das überhaupt so will. Ob die bestehende Beziehung noch eine Chance hat, hänge laut Teml im Wesentlichen davon ab, wie sehr beide Partner gewillt sind, den gemeinsamen Weg weiterzugehen. „Auch wenn es Trennendes gibt, kann es mehr Verbindendes geben und, darauf aufbauend, den Willen beider, weiterzumachen“, so Teml.

Wobei das Weitermachen nicht mit einem resignierten „Ich geb mich halt zufrieden“ oder „Ich werd’ das schon aushalten“ zu verwechseln sei. Viel eher müsse ein Weitergehen als Entwicklungsschritt jedes einzelnen gesehen werden. Gerade in der Phase nämlich, wo das Alte noch nicht vorbei und das Neue noch nicht geboren ist, liegt oft eine Riesenchance. Und zwar auf Weiterentwicklung für die Persönlichkeit aller Beteiligten – mit durchaus neuen und spannenden Perspektiven für Partner und Partnerschaft.

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Daniela Jasch

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